01.11.2013

Take chances.

In zwei Monaten ist der 1.1.2014, kaum zu glauben, wie schnell schon wieder ein Jahr vergangen ist. Während des Jahres fühlt es sich an als würde die Zeit einfach nicht vergehen wollen bis man zum Schluss hin merkt, dass die Zeit rasend an einem vorbei geflogen ist, ohne es überhaupt wirklich bemerkt zu haben. Um das Ganze noch klischeehafter wirken zu lassen muss man feststellen, dass sich so gut wie nichts verändert hat und doch so vieles. Ich wünschte ich könnte von meinem Leben behaupten, dass es spannend ist. Dass jeder Tag eine neue Erfahrung, eine spannende Geschichte mit sich bringt, aber leider ist das nicht so. Es herrscht zu 90% trister Alltag. Und wenn einmal etwas Neues passiert, dann ist es entweder so schnell wieder vorbei, dass man bevor man davon erzählen kann es schon wieder an Erzählwert verloren hat oder es ist so viel, dass man nicht weiß wo man anfangen soll. Warum kann es nicht so sein, dass immer ein kleines bisschen an aufregenden Dingen passiert? So würde das Leben wahrscheinlich um einiges mehr Spaß machen. Das ist der Grund warum ich Bücher und Filme vergöttere. Vielleicht auch der Grund warum mir mein Leben keinen besonderen Spaß macht. Eine realitätsfremde, utopische Vorstellung von meinem Leben, die ich mir selbst zuzuschreiben habe, weil ich mir mit Büchern und Filmen meine Sicht auf das echte Leben verzerre und mir wünsche, dass mein Leben auch so eine spannende Geschichte mit sich bringt. In Wahrheit wünscht sich doch jeder eine tragische Geschichte, die Mitleid erregt, bis man zum Schluss hin ein wahres Happy End findet. Egal ob in der Liebe, Familie, Freundschaft, Gesundheit, Karriere. Nur geht dieser Schuss halt bei einigen, so wie bei mir, nach hinten los und man verliert die Freude an seinem eigenen Leben. Traurig aber wahr. Ich bin noch nicht einmal 18 Jahre alt und spreche von meinem Leben als wäre es einem Ende nahe und ich hätte nichts Spannendes in meinem Leben vollbracht, auf das ich mit Stolz und Freude zurückblicken könnte. Eigentlich absoluter Schwachsinn, aber so bin ich nunmal. Ich kann es nicht erwarten bis ich in 50, 60 Jahren an einem Punkt angelangt bin, wo genau das der Fall sein wird. Es wird mit Sicherheit so sein dass ich in so vielen Jahren noch so vieles, unzähliges erleben werde, dass ich bis dahin die Hälfte der Dinge schon wieder vergessen habe, und ich mit Stolz und Freude auf das, an das ich mich noch erinnern kann, zurückschauen kann. Aber ich kann es nicht erwarten. Die Ungeduld zerfrisst mich innerlich. Ich möchte dass sich mein Leben schlagartig ändert und ich so früh wie möglich von mir behaupten kann ich hatte ein ereignisreiches Leben. Ich denke, ich habe ein Problem damit, zu wenig besonders zu sein und nicht genug Aufmerksamkeit zu bekommen. So blöd und eingebildet das auch klingen mag. Ich bin kein Mensch der gerne im Rampenlicht steht, ganz im Gegenteil. Meistens versuche ich Trubel zu vermeiden, was manchmal sehr schwer gelingt bei einem Leben im Hotel. Innerhalb meines gewohnten Umfeldes bin ich zumeist schon eine eher starke Persönlichkeit und versuche Stimmung zu machen und dergleichen, aber sobald es um neue Erfahrungen oder Situationen geht bin ich überfordert. Das ist mitunter ein Grund warum ich nichts Neues anfangen kann. Ich würde so gerne einen Sport beginnen, der mir von Herzen Spaß macht, aber im Grunde hält mich zu einem kleinen Teil meine Faulheit und zum überwiegenden Teil meine innere Barriere davon ab etwas Neues, etwas Unbekanntes zu beginnen, bei dem ich versagen könnte. Bei dem ich nicht ernst genommen werden könnte oder noch schlimmer mich lächerlich machen könnte. Und da beginnt der Teufelskreis. Wie soll ich spannendes, erzählenswertes erleben wenn ich nichts Neues probiere? Wenn ich meinen inneren Schweinehund niemals überwinden kann, um mich selbst neu zu finden. Vielleicht bringt die Zeit genau das mit sich und es ist der Grund warum diese ganzen Geschichten in Büchern und Filmen erfunden sind, weil kein Otto Normalverbraucher solch ein Leben führen kann, weil er es gar nicht zustande bringen würde? Wer weiß das schon. Tatsache ist, dass jeder Mensch seines Glückes Schmied ist. Demnach sollte man all seine Ängste überwinden um seine Träume verwirklichen zu können. Denn ich für meinen Teil möchte nicht später anstatt mit Stolz und Freude sondern mit Bedauern und Bereuen auf mein Leben zurückblicken. 


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