07.05.2013

Please just remember..

Ich halte deine schwachen, kranken, alten Hände in meinen. Versuche sie zu wärmen. Ich wage es nicht sie fester zu halten um sie zu wärmen, du wirkst so zerbrechlich. Deine leise, heisere Stimme übertönt kaum das Piepsen der ganzen Geräte an die du angeschlossen bist. Es fällt mir schwer dich zu verstehen, aber ich kann deinen Lippen ein "Ich hab dich lieb" entnehmen. Im darauffolgenden Moment zeigt der Herzmonitor eine durchgängige Linie an und das Piepsen erlischt, wird zu einem dröhnenden, langen Ton. "Nein. Nein. Bitte verlass mich nicht. Du hast versprochen wieder gesund zu werden" Ich greife mit hektischen Fingern nach der Fernbedienung und drücke gefühlte hundert mal auf das rote Krankenschwester-Symbol. "Bitte komm zurück zu mir..", flüstere ich mit zitternder Stimme als die Tränen beginnen sich über mein Gesicht auszubreiten. "Ich flehe dich an, Oma. Du darfst noch nicht gehen.."
Mein Kopf wird schwer, so wahnsinnig schwer, kann ihn kaum halten. Ich lege meinen Kopf an deine Brust und greife wieder nach deinen Händen, in der Hoffnung sie würden meine erwidern. Nichts. Außer dem ohrenbetäubenden Ton, der deinen Herzstillstand signalisiert. Wo bleibt die Schwester? Es kommt niemand. Immer mehr Tränen. 
Bitte geh noch nicht.. 
Komm zurück..

Und plötzlich öffne ich die Augen. Ich liege in meinem Bett, es ist 7 Uhr morgens und ich hab mein komplettes Kissen vollgeheult. Erstmal die Tränen wegwischen, aufstehen, eine rauchen. Was eine Nacht. 3 Mal von Bauchkrämpfen aufgewacht und dann so ein Traum, kann ja noch ein toller Tag werden. 
Gegen mittag hab ich dann beide Omas angerufen und mich vergewissert, dass sie jetzt nach ihren OP's beide zu Hause und auf dem Weg der Besserung sind. Und trotzdem ändert es nichts an dem Drang, den ganzen Tag einfach nur weinen zu wollen. 
Jedenfalls hat es mich gelehrt, mich öfter zu melden..


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